Ratgeber · Social Media
Social Media für Arztpraxen
Neue Patienten gewinnen die meisten Praxen über Google, nicht über Instagram. Wenn es um MFA, ZFA und Therapeutinnen geht, sieht das anders aus: Bewerberinnen wollen sehen, wie es bei Ihnen zugeht, und das zeigt kein Kanal so gut wie Social Media.
Kurz erklärt
Was bedeutet Social Media für Arztpraxen?
Social-Media-Marketing für Arztpraxen bedeutet, Praxis und Team in sozialen Netzwerken wie Instagram, Facebook oder LinkedIn sichtbar zu machen. Im Vordergrund stehen Einblicke, Hinweise und Recruiting, nicht Werbung für Behandlungen.
- Stärkster Nutzen: Recruiting von MFA, ZFA und Therapeuten
- Inhalte: Team, Alltag, Hinweise, allgemeine Gesundheitsinfos
- Grenzen: Schweigepflicht, HWG, Einwilligungen, Impressumspflicht
- Kosten: Betreuung ab ca. 390 € netto im Monat, Social Recruiting 1.890 € netto
Wofür Social Media in Arztpraxen wirklich taugt
Social Media für Arztpraxen hat zwei starke Seiten und eine schwache. Stark ist es beim Recruiting: Eine ZFA, die über einen Wechsel nachdenkt, scrollt abends durch Instagram und bleibt bei dem Team hängen, das sympathisch wirkt. Stark ist es auch für Hinweise an bestehende Patienten, etwa zur Grippeimpfung im Oktober oder zur Sommerpause. Schwach ist es bei der Gewinnung neuer Patienten. Wer mit Ohrenschmerzen einen HNO-Arzt sucht, googelt, statt durch Feeds zu blättern. Dafür brauchen Sie eine gute Praxis-Homepage und ein gepflegtes Google-Profil.
Gute Inhalte für den Praxis-Kanal
- Das Team stellt sich vor: Name, Aufgabe, ein Satz zur Person, mit schriftlicher Einwilligung jedes Einzelnen
- Blick hinter die Kulissen: das neue Ultraschallgerät, der Fortbildungstag, der Azubi im ersten Lehrjahr
- Hinweise: Impfaktionen, Urlaub, geänderte Sprechzeiten, Bereitschaftsdienst 116 117
- Allgemeine Gesundheitsinformation, sachlich und ohne Heilversprechen
- Stellenangebote mit echten Stimmen aus dem Team
Was Praxen nicht posten dürfen
Keine Patienten, auch nicht unscharf im Hintergrund des Wartezimmers. Keine Fallgeschichten, keine Röntgenbilder mit erkennbarem Bezug, keine Vorher-Nachher-Bilder bei operativen plastisch-chirurgischen Eingriffen (§ 11 Abs. 1 Satz 3 HWG). Die Schweigepflicht nach § 203 StGB gilt in jedem Kommentar und jeder Direktnachricht. Fragt jemand per Nachricht nach seinem Befund, verweisen Sie freundlich auf Telefon oder Sprechstunde. Instagram-Nachrichten sind kein Kanal für Gesundheitsdaten.
Fotos von Mitarbeitenden brauchen eine schriftliche Einwilligung, die sich widerrufen lässt. Verlässt die MFA die Praxis, nehmen Sie die Beiträge mit ihr am besten heraus. Werden KI-generierte Bilder verwendet, kennzeichnen Sie sie als solche.
Impressum und Datenschutz auf Instagram und Facebook
Auch ein geschäftliches Social-Media-Profil braucht ein Impressum. Die Pflicht steht seit Mai 2024 in § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG), vorher im Telemediengesetz. Meist reicht ein Link auf das Impressum Ihrer Website, gut sichtbar im Profil. Für Facebook-Seiten hat der Europäische Gerichtshof 2018 entschieden, dass Seitenbetreiber für die Daten der Besucher gemeinsam mit Meta verantwortlich sind (C-210/16). Die Datenschutzerklärung Ihrer Website sollte die Kanäle deshalb erwähnen. Einen Überblick gibt Recht und Datenschutz für Praxis-Websites.
Aufwand realistisch planen
Ein Kanal, gut gepflegt, ist besser als drei verwaiste. Planen Sie zwei bis vier Beiträge im Monat und eine verantwortliche Person, die dafür eine feste Stunde pro Woche bekommt. Ein einfacher Themenplan für das Quartal hilft: im Januar die neue Auszubildende, im Februar die Praxis-Fortbildung, im März der Hinweis auf die Osterpause. Wer das nicht im Team stemmen will, gibt die Betreuung ab. Sie kostet als Richtwert ab ca. 390 € netto im Monat.
Social Recruiting: der schnellste Weg zu neuen MFA
Bezahlte Anzeigen auf Instagram und Facebook erreichen auch Menschen, die gerade nicht aktiv suchen, aber offen für einen Wechsel wären. Sie landen auf einer Landingpage mit Kurzbewerbung, die in 60 Sekunden ausgefüllt ist, ohne Anschreiben und ohne Lebenslauf-Upload. Das Paket kostet 1.890 € netto zuzüglich Werbebudget. Wie die Karriereseite dazu aussieht, zeigt MFA und Fachkräfte online gewinnen.
Kanäle im Vergleich
Welcher Kanal passt zu welcher Praxis?
Eine Orientierung, keine Regel. Entscheidend ist, wo Ihre Bewerberinnen und Patienten tatsächlich unterwegs sind.
| Kanal | Stark für | Passt besonders zu |
|---|---|---|
| Recruiting, Teamvorstellung, Einblicke in den Alltag | Zahnarztpraxen, Physiotherapie, Kinderarztpraxen, Praxen mit jungem Team | |
| Hinweise an Patienten, lokale Reichweite, Anzeigen | Hausarztpraxen, Praxen mit vielen älteren Patienten | |
| Ärztliches Recruiting, Kooperationen, Fachbeiträge | MVZ, Facharztpraxen, Labore | |
| Google-Unternehmensprofil | Beiträge und Hinweise direkt in der Suche | Jede Praxis, als Pflicht vor allen anderen Kanälen |
Beispiel für einen Beitrag
Ein Bild, das im Feed wirkt
Auf Instagram und Facebook fallen Hochformate stärker auf als Querformate. Seit Instagram 2025 das Profilraster auf Hochformat umgestellt hat, ist 4:5 mit 1080 × 1350 Pixeln das Standardformat für Bildbeiträge in Feed und Raster.
- Hochformat 4:5 für Feed und Profilraster
- Mitarbeitende nur mit schriftlicher Einwilligung
- KI-generierte Bilder als solche kennzeichnen
- Keine Patienten, keine Behandlungssituationen

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Wenn Kommentare eskalieren.
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Häufige Fragen zu Social Media für Praxen
Braucht eine Arztpraxis Social Media?
Nicht zwingend. Für die Gewinnung neuer Patienten reichen meist eine gute Website und ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil. Für das Recruiting von MFA, ZFA und Therapeuten kann ein Instagram-Kanal dagegen sehr wirksam sein.
Welcher Social-Media-Kanal passt zu einer Arztpraxis?
Für Recruiting und Einblicke in den Alltag meist Instagram, für Hinweise an ältere Patienten Facebook, für MVZ und Facharztpraxen auch LinkedIn. Ein gut gepflegter Kanal bringt mehr als drei halbherzige.
Was darf eine Arztpraxis auf Instagram posten?
Team, Praxisräume, Hinweise zu Sprechzeiten und Impfaktionen sowie allgemeine Gesundheitsinformation. Verboten sind Patientenbilder ohne Einwilligung, Fallgeschichten und Heilversprechen. Vorher-Nachher-Bilder bei operativen plastisch-chirurgischen Eingriffen untersagt § 11 HWG.
Braucht der Instagram-Account einer Praxis ein Impressum?
Ja. Auch geschäftliche Social-Media-Profile fallen unter die Impressumspflicht nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz. Meist genügt ein gut sichtbarer Link auf das Impressum der Praxis-Website.
Was kostet Social-Media-Betreuung für eine Praxis?
Als Richtwert ab ca. 390 € netto im Monat, je nach Kanal und Zahl der Beiträge. Social Recruiting mit Anzeigen, Landingpage und Kurzbewerbung kostet 1.890 € netto zuzüglich Werbebudget.
Wie oft sollte eine Praxis posten?
Zwei bis vier gute Beiträge im Monat reichen. Wichtiger als die Menge ist die Regelmäßigkeit. Eine feste Stunde pro Woche für eine verantwortliche Person im Team genügt meist für Planung, Fotos und Antworten.
Wie finde ich über Social Media neue MFA?
Mit Social Recruiting: gezielte Anzeigen auf Instagram und Facebook, die auf eine Landingpage mit Kurzbewerbung in 60 Sekunden führen. So erreichen Sie auch Fachkräfte, die nicht aktiv suchen.
Darf ich auf Kommentare von Patienten antworten?
Ja, aber ohne jedes Detail zur Behandlung. Schon die Bestätigung, dass jemand Patient ist, berührt die Schweigepflicht. Bei medizinischen Fragen verweisen Sie freundlich auf Telefon oder Sprechstunde.
Nächster Schritt
Social Media für Ihre Praxis?
Im kostenlosen Erstgespräch bis 30 Minuten klären wir, ob sich ein Kanal für Ihre Praxis lohnt und wie viel Zeit er Ihr Team kostet.
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