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Ratgeber · Suchmaschinenwerbung

Google Ads und Werbung für Praxen

Anzeigen bei Google machen eine Neugründung, einen zweiten Standort oder eine Selbstzahlerleistung schnell sichtbar. Für Praxen gelten dabei engere Regeln als für andere Branchen: die Google-Richtlinien für Gesundheit, das Heilmittelwerbegesetz und die Berufsordnung.

Kurz erklärt

Was ist Suchmaschinenwerbung für Praxen?

Suchmaschinenwerbung (SEA) sind bezahlte Anzeigen über oder neben den Suchergebnissen, etwa mit Google Ads. Abgerechnet wird meist pro Klick. Für Gesundheitsthemen haben Google und das deutsche Recht zusätzliche Vorgaben, die Praxen kennen sollten, bevor die erste Anzeige läuft.

  • Sinnvoll: Neugründung, neuer Standort, Recruiting, Selbstzahlerleistungen
  • Grenzen: HWG, Berufsordnung, Google-Richtlinien für Gesundheit
  • Voraussetzung: eine passende Zielseite
  • Betreuung ab 290 € im Monat zzgl. Werbebudget

Wann sich Google Ads für eine Praxis lohnen

Eine Orthopädin eröffnet im Frühjahr eine Praxis in Weinheim. Die Website ist neu, Google kennt sie noch kaum, das Google-Profil hat null Bewertungen. Bis die Praxis bei „Orthopäde Weinheim“ unter den unbezahlten Treffern steht, können Monate vergehen. Eine Anzeige steht ab dem ersten Tag oben. In solchen Situationen sind Anzeigen ein gutes Werkzeug:

  • bei einer Eröffnung oder Übernahme, bevor die Suchmaschinenoptimierung greift
  • für einen zweiten Standort oder eine neue Sprechstunde
  • für Selbstzahlerleistungen, bei denen Patienten aktiv vergleichen
  • für Stellenanzeigen, wenn MFA, ZFA oder Therapeuten fehlen

Eine volle Kassenpraxis braucht dagegen selten Anzeigen. Sie gewinnt mehr mit einem gepflegten Google-Profil und guten Leistungsseiten. Wie beides zusammenspielt, erklärt der Ratgeber Suchmaschinenmarketing für Praxen.

Google-Richtlinien für Gesundheitswerbung in Deutschland

Google regelt Werbung für Gesundheit in der Richtlinie „Gesundheitswesen und Medikamente“. Für Praxen und Gesundheitsbetriebe in Deutschland sind vor allem diese Punkte wichtig (Stand Oktober 2026, Google-Werberichtlinien):

  • Verschreibungspflichtige Arzneimittel: Google schränkt deren Namen in Anzeigen, Keywords und Zielseiten ein. In Deutschland passt das zum Heilmittelwerbegesetz, das Publikumswerbung dafür ohnehin verbietet.
  • Online-Apotheken: Werbung ist eingeschränkt erlaubt, wenn die Apotheke eine Erlaubnis hat bzw. im Versandhandelsregister eingetragen ist, Anzeigen und Zielseite keine verschreibungspflichtigen Arzneimittel bewerben und die Apotheke bei Google zertifiziert ist.
  • Experimentelle Behandlungen: Werbung für spekulative oder experimentelle Therapien ist verboten, Zell- und Gentherapien dürfen außerhalb der USA nur informativ beworben werden.
  • Nicht zugelassene Substanzen: Bestimmte Wirkstoffe und Produkte sind weltweit ausgeschlossen, unabhängig von der Rechtslage im Land.
  • Personalisierte Werbung: Gesundheit gilt bei Google als sensible Kategorie. Eigene Zielgruppen wie Remarketing-Listen oder Customer Match sind für Gesundheitsangebote nicht erlaubt.

Für eine Haus- oder Zahnarztpraxis, die über Sprechzeiten, Leistungen und Termine informiert, sind diese Regeln selten ein Hindernis. Eng wird es bei Ästhetik, Arzneimitteln und neuen Therapieformen.

Was Heilmittelwerbegesetz und Berufsordnung erlauben

Für Ärztinnen und Ärzte gilt § 27 der Musterberufsordnung, umgesetzt in der Berufsordnung Ihrer Landesärztekammer: sachliche, berufsbezogene Information ist erlaubt, anpreisende, irreführende oder vergleichende Werbung ist berufswidrig. Zahnärzte, Psychotherapeuten und Tierärzte haben eigene Berufsordnungen mit ähnlichen Regeln. Das Heilmittelwerbegesetz (HWG) kommt für alle Gesundheitsberufe dazu.

AnzeigentextEinschätzungWarum
„Hausarztpraxis in Mannheim-Feudenheim, Termine online“unproblematischsachliche Information zu Ort und Angebot
„Bester Zahnarzt in Heidelberg“unzulässiganpreisend und vergleichend, berufswidrig
„Endlich schmerzfrei, garantiert“unzulässigHeilversprechen, irreführend nach § 3 HWG
Vorher-Nachher-Bild einer Lidstraffungunzulässig§ 11 Abs. 1 Satz 3 HWG bei operativen plastisch-chirurgischen Eingriffen
Präparatname eines verschreibungspflichtigen Mittels, etwa in der FaltenbehandlungheikelPublikumswerbung für verschreibungspflichtige Arzneimittel verbietet § 10 HWG
„Videosprechstunde für Folgerezepte“meist zulässig§ 9 HWG erlaubt Werbung für Fernbehandlung, wenn kein persönlicher Kontakt nötig ist

Die Beispiele sind Orientierung, keine Einzelfallprüfung. Eine Rechtsberatung ersetzen wir nicht. Kritische Anzeigen stimmen wir mit einem Fachanwalt für Medizinrecht ab, einen Überblick gibt die Seite Recht und Datenschutz.

Native Ads: Werbung, die nicht wie Werbung aussieht

Native Ads sind bezahlte Beiträge im Stil redaktioneller Inhalte, etwa ein „Expertenartikel“ auf einem Gesundheitsportal. Für Praxen sind sie heikel. Werbung muss als solche erkennbar sein, verdeckte Werbung ist nach § 5a UWG unlauter. Wenn überhaupt, dann klar mit „Anzeige“ gekennzeichnet und mit denselben sachlichen Inhalten wie jede andere Praxiswerbung.

Tracking und Datenschutz

Wer messen will, ob Anzeigen Termine bringen, setzt Conversion-Tracking ein. Das braucht auf der Website eine Einwilligung über das Cookie-Banner, sonst verstößt es gegen § 25 TDDDG und die DSGVO. Auf Seiten mit Gesundheitsbezug, etwa nach dem Absenden eines Rezeptformulars, haben Tracking-Pixel nichts zu suchen. Wir richten Conversion-Tracking deshalb nur mit Einwilligung und ohne Gesundheitsbezug ein.

Die Zielseite entscheidet

Eine Anzeige ist nur so gut wie die Seite, auf die sie führt. Ein Klick auf die Startseite mit zwanzig Themen verschenkt Budget. Besser ist eine passende Leistungsseite oder eine eigene Landingpage mit einem klaren Weg zum Termin, am Smartphone in zwei Fingertipps erreichbar. Auch Google bewertet die Zielseite mit, eine schwache Zielseite kann Klicks verteuern.

Kosten und Budget im Blick

Die Betreuung von Google- und Meta-Anzeigen kostet bei uns ab 290 € netto im Monat. Das Werbebudget kommt dazu und wird direkt bei Google oder Meta abgerechnet, Sie legen es selbst fest. Klickpreise schwanken stark nach Fachrichtung und Ort. Ein Testzeitraum von einigen Wochen zeigt, was ein Termin über Anzeigen tatsächlich kostet. Eine Landingpage gibt es ab 1.250 € netto, Social Recruiting mit Kampagne für 1.890 € netto zuzüglich Werbebudget.

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FAQ

Häufige Fragen zu Google Ads für Praxen

Dürfen Ärzte Google-Anzeigen schalten?

Ja, mit sachlichem Inhalt über Praxis, Leistungen und Termine. Verboten sind Heilversprechen, irreführende, anpreisende oder vergleichende Aussagen und bei operativen plastisch-chirurgischen Eingriffen Vorher-Nachher-Bilder.

Was kostet Google Ads für eine Arztpraxis?

Die Betreuung kostet bei uns ab 290 € netto im Monat. Das Werbebudget legen Sie selbst fest und zahlen es direkt an Google. Wie viel ein Klick kostet, hängt von Fachrichtung und Ort ab.

Welche Google-Richtlinien gelten für Gesundheitswerbung in Deutschland?

Die Richtlinie „Gesundheitswesen und Medikamente“. Sie schränkt verschreibungspflichtige Arzneimittel ein, verlangt von Online-Apotheken eine Zertifizierung, verbietet experimentelle Behandlungen und erlaubt für Gesundheit keine eigenen Remarketing-Zielgruppen.

Darf eine Praxis Remarketing für Gesundheitsthemen nutzen?

Nein, nicht mit eigenen Zielgruppen. Google zählt Gesundheit zu den sensiblen Kategorien und schließt Remarketing-Listen und Customer Match dafür aus. Auch datenschutzrechtlich wäre es bei Gesundheitsdaten kaum zu rechtfertigen.

Darf eine Apotheke Google Ads schalten?

Ja, eingeschränkt. Die Apotheke braucht eine gültige Erlaubnis, für den Versandhandel den Registereintrag, und eine Zertifizierung bei Google. Verschreibungspflichtige Arzneimittel dürfen weder in der Anzeige noch auf der Zielseite beworben werden.

Was sind Native Ads und dürfen Praxen sie nutzen?

Native Ads sind bezahlte Beiträge im Stil redaktioneller Inhalte. Praxen dürfen sie nur klar als Anzeige gekennzeichnet nutzen, weil verdeckte Werbung nach dem UWG unlauter ist.

Brauchen Google-Anzeigen eine eigene Zielseite?

Meist ja. Eine passende Leistungsseite oder Landingpage mit klarem Weg zum Termin bringt deutlich mehr Anfragen als die Startseite. Eine Landingpage kostet ab 1.250 € netto.

Kann ich mit Anzeigen MFA und Therapeuten finden?

Ja. Anzeigen erreichen auch Fachkräfte, die gerade nicht aktiv suchen. Social Recruiting mit Landingpage und Kampagne kostet 1.890 € netto zuzüglich Werbebudget.

Nächster Schritt

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Im kostenlosen Erstgespräch bis 30 Minuten klären wir, was für Ihre Praxis sinnvoll ist.

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